Akkorde für Gitarre + Klavier

Lerne die beliebtesten Akkorde für Gitarre & Klavier mit denen du die schönsten Gitarren- und Klavierlieder spielen und begleiten kannst. Erfahre außerdem, welche Gitarrengriffe für Anfänger geeignet sind und welche Gitarrenakkorde du wirklich brauchst.

Grifftabelle (Akkordtabelle) für Gitarre zum Ausdrucken

Manchmal wird, sowie in unserem PDF, das Griffbrett einer stehenden Gitarre dargestellt, so dass die horizontalen Linien die Bundstäbchen und die vertikalen Linien die Gitarrensaiten darstellen sollen. Lass dich also nicht durcheinander bringen und orientiere dich einfach an den seitlichen Ziffern. Nimm im Zweifelsfall deine Gitarre zur Hand und drehe diese, so dass du dir beide Perspektiven anschauen kannst.

Gitarrenakkorde Übersicht

Was sind Akkorde?

Simpel ausgedrückt: Zwei oder mehrere Töne, die zusammen gespielt werden. Meistens sind es jedoch drei oder vier Töne, die nach verschiedenen Mustern ausgewählt werden, um ein bestimmtes (harmonisches) Klangbild zu erzeugen.

Akkorde sind in der Musik so etwas wie das Fundament eines Liedes. Sie prägen den Charakter eines Songs; je nach gewählten Akkorden oder Akkordfolgen (später mehr dazu) kann eine Melodie fröhlich, traurig oder spannungsgeladen wirken.

Um Akkorde richtig bilden und einsetzen zu können, muss jedoch zunächst geklärt werden, was Intervalle sind.

Was sind Intervalle?

Als Intervalle werden die Abstände zwischen verschiedenen Noten bezeichnet. Dabei rechnet man in Halbtonschritten. Im Folgenden sind sämtliche Intervalle kurz aufgelistet. Solche, die im Folgenden noch genauer vorkommen, sind mit (!) markiert.

1 Halbtonschritt: kleine Sekunde
2 Halbtonschritte: große Sekunde
3 Halbtonschritte: kleine Terz (!)
4 Halbtonschritte: große Terz (!)
5 Halbtonschritte: Quarte
6 Halbtonschritte: übermäßige Quarte / verminderte Quinte
7 Halbtonschritte: Quinte (!)
8 Halbtonschritte: kleine Sexte
9 Halbtonschritte: große Sexte
10 Halbtonschritte: kleine Septime (!)
11 Halbtonschritte: große Septime (!)
12 Halbtonschritte: Oktave (!)

Unterschied zwischen Dreiklängen und Akkorden?

Im Prinzip gilt: Jeder Dreiklang ist streng genommen auch ein Akkord. Aber längst nicht jeder Akkord ist ein Dreiklang. Ein Dreiklang ist – wie der Name schon andeutet – eine Kombination aus drei Tönen. Analog dazu gibt es natürlich auch Zwei- und Vierklänge.

Viele „typische“ Akkorde sind Dreiklänge, dazu zählen zum Beispiel auch die Dur-Akkorde und die Moll-Akkorde (auf beide wird später noch genauer eingegangen).

Ein Dreiklang wird gebildet, indem man vom Grundton aus erst eine Terz und dann noch eine Terz weitergeht, und die entsprechenden Noten anspielt. Durch die verschiedenen Kombinationen von kleinen und großen Terzen ergeben sich verschiedene Dreiklänge.

Was sind Akkordfolgen?

Viele Lieder bestehen beim genaueren Hinsehen oft nur aus einigen Akkorden, die sich nach bestimmten Mustern wiederholen. Manche Musikstücke kommen sogar nur mit zwei oder drei Akkorden aus. Der sogenannte 12-Takt-Blues in C-Dur sieht beispielsweise so aus:

C - C - C - C
F - F - C - C
G - F - C - C

Wie findet man also diese wenigen Akkorde, die gut harmonieren?

Ein möglicher Ausgangspunkt ist die Kadenz, die hier nur kurz angerissen werden soll.
Eine Tonleiter besteht aus 8 Tönen (der 8. ist wieder der Ausgangston um eine Oktave höher).

Bei einer C-Dur-Tonleiter haben wir also:
C D E F G A H C

Nun wird auf Basis der ersten, vierten und fünften Stufe ein Dreiklang gebildet. Im Falle von C-Dur ergibt das die Folge von:

  1. Stufe – Tonika genannt: C-Dur
  2. Stufe – Subdominante genannt: F-Dur
  3. Stufe – Dominante genannt: G-Dur

Diese drei Akkorde klingen sehr harmonisch und werden oft gemeinsam genutzt.
Das Prinzip funktioniert genau so auch mit anderen Tonleitern.

Wie bildet man Akkorde?

Indem man verschiedene Noten miteinander kombiniert. Es gibt jedoch bestimmte Akkord-Arten, die nach festen Regeln gebildet werden. Die drei häufigsten – namentlich Dur-, Moll- und Septakkorde – werden nun kurz vorgestellt.

Dur-Akkorde

Typ: Dreiklang

Ein Dur-Akkord wird gebildet, indem man den Grundton, eine auf diesem gebildete große Terz und eine Quinte spielt. Bei dem Grundton C ergibt das:

C + E + G

Manche zählen auch:
C –> große Terz –> E –> kleine Terz –> G
Bei manchen Instrumenten kann diese Zählweise praktischer sein.

Beispiel: Tongeschlecht Dur mit Grundton D ergibt die Tonart D-Dur.

Moll-Akkorde

Typ: Dreiklang

Ein Moll-Akkord wird ähnlich gebildet, wie ein Dur-Akkord. Auf dem Grundton wird die kleine(!) Terz und die Quinte gebildet.

Beispiel Grundton C:
C + Eb + G
Alternative Zählweise:
C –> kleine Terz –> Eb –> große Terz –> G
Achtung: Eb kann auch als D# geschrieben werden!

Sept-Akkorde

Typ: Vierklang

Es gibt vier Varianten von Sept-Akkorden:
Kleiner Durseptakkord: Dur-Akkord + kleine Septime
Kleiner Mollseptakkord: Moll-Akkord + kleine Septime
Großer Septakkord: Dur-Akkord + große Septime
Großer Mollseptakkord Moll-Akkord + große Septime

Es wird also zusätzlich zu einem Dur- oder Moll-Akkord noch die kleine oder große Septime angespielt (daher der Name Sept-Akkord).
In der alternativen Zählweise wird an die Dur- oder Moll-Akkorde einfach nochmal eine kleine oder große Terz angehängt.

Gitarrengriffe lernen

Akkorde für Gitarre

Üblicherweise werden Gitarrengriffe nicht mit Noten notiert. Stattdessen wird meistens eine Abbildung des (liegenden) Gitarren-Griffbretts = Griffbild verwenden, worauf die einzelnen Saiten und Bünde der Gitarre als Linien darstellt sind. An den Ziffern am oberen Rand des Griffbildes erkennst du die Bünde.

Griffbild für Gitarre

Leersaiten

o = leere Saite

Eine Null bzw. ein Kreis an der Seite bedeutet, dass die Saite leer angeschlagen wird. Diese entsprechende Saite muss also frei schwingen können und darf nicht mit der Greifhand berührt werden. Das Intro von Nothing Else Matters verwendet zum Beispiel einige Leersaiten, die nacheinander gezupft werden und die klangliche Wirkung von Leersaiten eindrucksvoll veranschaulichen.

Saiten abdämpfen

x = abgedämpfte Saite (englisch Ghostnote oder Deathnote genannt)

Ein x an der Seite bedeutet, dass die Saite abgedämpft werden soll. Hier wird in Finger nur leicht an die Saite angelegt, um diese abzudämpfen, so dass kein Ton erzeugt werden kann. Oft wird dafür auch die englische Bezeichnung „mute“ oder „Palm Mute“ bzw. „Palme Muting“ verwendet. Wenn ihr also lest, dass die g-Saite gemutet wird, bedeutet dies, die g-Saite soll nicht klingen und abgedämpft werden.

Gitarre spielen

Gitarren Tabs einfach erklärt

Eine weitere und sehr bekannte und beliebte Möglichkeit Gitarrenakkorde zu notieren und aufzuschreiben ist die Tabulatur Schreibweise – kurz Tab genannt. Als weit verbreitete Quelle für Gitarren Tabs gilt die unter Gitarristen sehr beliebte Webseite ultimate-guitar.com – die du vielleicht bereits kennst oder bald kennen lernen wirst.

Gitarren Tabs lesen

Hier 2 Beispiele für die Darstellung von Gitarrenakkorden mit Hilfe von Tabs:

|-------0------- (hohe E-Saite)
|-------1-------
|-------0-------
|-------2-------
|-------3-------
|-------x------- (tiefe E-Saite)
e |----1----|
h |----1----|
G |----1----|
D |----3----|
A |----3----|
E |----1----|

Bei Gitarren Tabs wird jede Gitarrensaite durch eine waagerechte gestrichelte Linie repräsentiert. Die Zahlen innerhalb dieser Linien stehen für den Bund, in dem die entsprechende Saite gegriffen werden muss.

Auch Zupfmuster können als Tab dargestellt. Dies gilt ebenfalls für Riffs, Links und Solis.

|--------------0----------- (hohe E-Saite)
|-----------0----0---------
|--------0----------0------
|--------------------------
|--------------------------
|----0--------------------- (tiefe E-Saite)

Spieltechniken mit Gitarren Tabs darstellen

Auch diverse Spieltechniken für Akustik- und E-Gitarre lassen sich mit Hilfe von Tabs gut darstellen.

Hammer On

|---------------------
|---------------------
|--------2h3----------
|---------------------
|---------------------
|---------------------

Pull Off

|---------------------
|---------------------
|--------3p2----------
|---------------------
|---------------------
|---------------------

Symbole für Gitarren Tabs

Übersicht über die verschiedenen Symbole:

p – pull off
/ – slide hoch
\ – slide runter
h – hammer on
b – bend string up
r – release bend
v – vibrato (oder ~)
t – Tap (Mit der rechten Hand)
x – “Note” sehr stark gedämpft spielen
n/ – Tremolo nach oben
\n – Tremolo nach unten
<> – Volumen ändern
PM – Palm Muting: Saiten werden mit dem Handballen der Anschlaghand abgedämpft

Wo ist auf der Gitarre der 1. Bund?

Als 1. Bund wird der Bereich zwischen dem Sattel (oben an deiner Gitarre) – durch den die Saiten laufen – und dem 1. Bundstäbchen bezeichnet. Das Bundstäbchen ist aus Metal und verläuft quer zu den Saiten auf dem Griffbrett deiner Gitarre.

Griffbrett einer Akustikgitarre

Tipps für Anfänger

Insbesondere für Einsteiger und Anfänger stellen sich am Beginn des Gitarrespielens viele Fragen. Die wichtigsten haben wir euch zusammengestellt und in aller Kürze beantwortet:

Grundsätzliches zu deinen Finger

Wenn deine Finger beim Greifen schmerzen oder weh tun mache bitte eine Pause oder setze mit dem Üben am nächsten Tag fort. Es ist ganz normal, dass sich an deinen Fingerkuppen zuerst etwas Hornhaut bilden muss, damit das druckvolle Gefühl dort nachlässt. Dies ist jedoch wirklich ganz normal und sollte dich nicht verunsichern oder abschrecken. Da müssen wirklich alle Gitarristen durch. Auch du wirst das schaffen!

Grundsätzlich solltest du dir angewöhnen etwas deine Finger zu dehnen, bevor du mit dem eigentlichem Üben oder Gitarre spielen beginnst. Versuche auch möglichst locker und unverkrampft zu greifen. Manchmal kann es helfen die Postion des Ellenbogens deiner Greifhand etwas zu verändern, um deine Finger in eine entspanntere Lage zu bringen.

Westerngitarre

Die ersten Akkorde auf der Gitarre

Welche Akkorde soll ich als Anfänger lernen? Und in welcher Reihenfolge bzw. womit zuerst beginnen?

Es gibt keine festgelegte Reihenfolge, die du beim Lernen beachten oder zwingend einhalten solltest. Welche Akkorde man zu erst lernt ist ganz individuell und variiert auch in den verschiedenen Gitarrenbüchern. Dieses sind die einfachsten Gitarrenakkorde, die du als Anfänger auf jeden Fall kennen und üben solltest: C-Dur, D-Dur, G-Dur, E-Dur, a-Moll, d-Moll und e-Moll. Auch einige 7er Akkorde sind einfach zu greifen und daher am Anfang empfehlenswert: A7, D7, Em7, Am7, Dm7 und ggf. auch H7

Barré-Griffe

Barré-Griffe sind am Anfang schwer zu spielen. Du solltest sie daher erstmal vermeiden und die einfacheren, offenen Akkorde üben.

Barré-Griff
Barré-Griff

Akkorde, auf die du am Anfang verzichten solltest

  • F-Dur (es gibt eine einfache Variante, den F-Dur Akkord zu greifen)
  • H-Dur
  • C-Moll
  • F-Moll
  • G-Moll

Gitarrenakkorde richtig und sauber greifen

Die Saiten deiner Gitarre sollten du nach Möglichkeit direkt hinter (bzw. neben) den sogenannten Bundstäbchen herunterdrücken. Dazu eignen sich am besten die Fingerkuppen. Bitte wende dafür nur so viel Kraft auf, wie nötig ist, um einen sauberen Ton zu erzeugen.

Falls ein Akkord nicht sauber klingt, überprüfe nacheinander alle Gitarrensaiten durch einfaches anzupfen jeder einzelnen Saite, um herauszufinden, welche Saite unsauber klingt und nicht korrekt heruntergedrückt wurde. Anschließend kannst du den jeweiligen Finger korrigieren und deine Handhaltung ändern, so dass du deinen sauberen, gut klingenden Akkord greifen kannst.