Gitarren-Tabs: lesen, lernen & verstehen

Tabulaturen für die Gitarre – oder kurz „Tabs“ genannt – sind eine spezielle Darstellungsform eines Liedes, die für Gitarren und andere Saiteninstrumente entwickelt wurde und eine Alternative zur herkömmlichen Darstellung in Notenform ist. Tabs sind leichter zu lesen als Notenblätter, können sowohl zur Darstellung von Einzelnoten als auch Akkorden genutzt werden und sind gleichermaßen für Anfänger als auch für fortgeschrittene Gitarristen geeignet.

Der Aufbau von Tabs

Tabs bestehen aus sechs horizontalen Linien, wobei jede Linie für eine Saite der Gitarre steht. Die Reihenfolge entspricht dabei der Draufsicht auf die Gitarre: Hältst du die Gitarre in der Spielposition, ist die aus deiner Sicht oberste Saite die tiefe E-Saite, die darunterliegende Saite die A-Saite, die nächste Saite die D-Saite usw.

Legst du die Gitarre flach auf deinen Oberschenkel, ist die tiefe E-Saite am nächesten an deinem Oberkörper und die hohe E-Saite am weitesten von deinem Oberkörper entferntGenau so ist auch ein Tab aufgebaut: die unterste Linie, bezeichnet mit E, ist die tiefe E-Saite, die oberste Linie, bezeichnet mit e, die hohe E-Saite.

e------------------------ 
h------------------------
G------------------------
D------------------------
A------------------------
E------------------------

Auf den horizontalen Linien befinden sich darüber hinaus Zahlen. Diese geben an, in welchem Bund die jeweilige Saite gespielt werden soll. Eine 0 auf der E-Linie bedeutet also, dass die tiefe E-Saite leer (sozusagen im „nullten Bund“) angeschlagen werden soll, eine 2 auf der A-Linie heißt, dass die A-Saite im zweiten Bund gegriffen werden soll.

e------------------------ 
h------------------------
G------------------------
D------------------------
A-----2 -----------------
E- 0---------------------

Akkorde und Einzelnoten

Tabs können gleichermaßen genutzt werden, um einzeln gespielte Noten und Akkorde darzustellen, bei denen mehrere Noten gleichzeitig gespielt werden.
Tabulaturen werden wie Notenblätter von links nach rechts gelesen, wodurch schnell die Reihenfolge der gespielten Töne erkannt werden kann.

E5 Power Chord Arpeggio

e------------------------ 
h------------------------
G------------------------
D-------- 2 -------------
A---- 2 -----------------
E- 0 --------------------

In diesem Beispiel wird der Power Chord E5 als Arpeggio, also in die Einzelnoten aufgesplittet, gespielt. Auf die leer angeschlagene tiefe E-Saite folgen die A-Saite im zweiten Bund sowie die D-Saite im zweiten Bund. Zuerst wird die E-Saiteangeschlagen, dann die A-Saite und als letztes die D-Saite.

E5 Power Chord

e------------------------ 
h------------------------
G------------------------
D---2 -------------------
A---2 -------------------
E---0 -------------------

Der Akkord in diesem Beispiel ist ebenfalls der E5 Power Chord, da sich die Markierungen auf den Linien direkt übereinander befinden, wird er nicht als Arpeggio gespielt, sondern alle drei verwendeten Saiten gleichzeitig angeschlagen.

Diese beiden Beispiele offenbaren einen der Nachteile von Tabs: Zwar eignen sie sich ideal, um schnell die zu spielenden Töne zu identifizieren, im Gegensatz zu einem Notenblatt wird jedoch nicht die genaue Länge von Noten und Pausen angegeben. Ohne den Song zu kennen, ist es daher kaum möglich, ihn nur basierend auf einem Tab korrekt zu spielen.

Notationszeichen in Tabs

Neben den Zahlen, die in einem Tab angeben, WAS genau gespielt werden soll, gibt es auch spezielle Notationszeichen, die Angaben dazu machen, WIE etwas konkret gespielt werden soll.

e---------5s7--------------------5b7-- 
h------x----------5h6---6p5-----------
G------x-----5/7----------------------
D------x------------------------------
A----x--------------------------------
E--x----------------------------------

Slide

5s7 bzw. 5/7: Der Slide. Der erste Ton wird angespielt und klingen gelassen, während der Finger vom fünften zum siebten Bund auf der gleichen Saite rutscht, ohne diese ein weiteres Mal anzuschlagen.

Hammer-On

5h6: Der Hammer-On, bei dem die Saite angeschlagen wird und mit einem anderen Finger auf die gleiche Saite in einem anderen Bund „gehämmert“ wird, damit ein Ton erzeugt wird.

Pull-Off

6p5: Der Pull-Off. Die Saite wird mit zwei Fingern im sechsten und fünften Bund gleichzeitig gegriffen. Die Saite wird einmal angeschlagen und der Finger dann schnell vom 6. Bund weggenommen, sodass ein Ton erklingt.

Bending

5b7: Das Bending, bei dem die Saite im fünften Bund gespielt wird und dann, während der Finger sie nach wie vor auf das Griffbrett drückt, nach oben geschoben wird. Somit wird der ursprüngliche Ton „gezogen“, bis die Tonhöhe des 7. Bundes erreicht ist.

Ghost- oder Death Note

x: Steht für die sogenannte Ghost- oder Death Note. Hierzu wird ein Finger auf die angezeigte Saite gelegt, ohne diese niederzudrücken. Die Saite kann dadurch nicht richtig schwingen und ein perkussiver Sound entsteht, wenn sie angeschlagen wird. Stehen mehrere Ghost Notes wie ein Akkord direkt übereinander auf den Linien des Tabs, kann einfach ein Finger locker quer über das Griffbrett gelegt werden, anstatt mehrere Finger einzeln zu benutzen.

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